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Das Beratungsgremium

Der SOGICA Beirat besteht aus fünf Mitgliedern mit Fachkenntnissen in den Bereichen Asyl, Menschenrechte, sozialrechtliche Studien, SOGI Politikfragen und empirische Methoden. Sein Zweck liegt in erster Linie in der Beratung, um sicherzustellen, dass das SOGICA Projekt seine Ziele erfüllt und in einer Art und Weise durchgeführt wird, die den höchsten methodischen, ethischen und wissenschaftlichen Standards entspricht.

Das Gremium – neben weiteren Aktivitäten:

  • hält während der Durchführung des Projekts regelmäßige jährliche Treffen ab;
  • liefert Beiträge verschiedener Art zwischen den Sitzungen, insbesondere nach Anfrage des Projektteams;
  • fördert das Projekt und veröffentlicht SOGICA’s Ergebnisse und Ressourcen durch seine Mitgliederkontakte und Netzwerke;
  • wird im Jahr 2020 an der Abschlusskonferenz teilnehmen.

Beiratsmitglieder:

Dr. Rute Caldeira. Rute ist Soziologin, mit Erfahrung im Bereich Asyl und ist die Leitererin zur Überwachung, Bewertung und Bildung bei Transparency international, mit Sitz in Berlin.

Giorgio dell’Amico. Giorgio ist seit 1992 professioneller Erzieher und arbeitet für die soziale Genossenschaft Caleidos an Projekten zu Migration und Asyl. Derzeit koordiniert er für die Genossenschaft ein Aufnahmeprojekt, das rund 1200 Menschen in der Provinz begrüßen wird. Seit 2007 ist er der nationale Vertreter in Fragen zu Einwanderung und Asyl für die italienische LGBTI NGO Arcigay. Er ist an verschiedenen nationalen und europäischen Projekten beteiligt, auch an Weiterbildungen für Professionelle, die mit LGBT Asylbewerber*innen und Geflüchteten arbeiten.

 

Prossy Kakooza. Prossy ist Aktivistin und Mitglied der Lesbian Immigration Support Group (LISG), welche Frauen unterstützt, die Asyl auf der Grundlage ihrer Sexualität suchen. Derzeit ist sie als Outreach-Koordinatorin zur Unterstützung von Geflüchteten beim Britischen Roten Kreuz, Großraum Greater Manchester tätig.

 

Maggie Merhebi. Maggie ist ein*e Trans*künstler*in und Aktivist*in. Sie nutzt ihre künstlerische Begabung, um Trans*-Geflüchtete in Workshops und Parties zu stärken und die Sichtbarkeit von Trans* zu erhöhen.

 

Barry O’Leary. Barry ist Partner und Anwalt für die Rechtsanwaltskanzlei Wesley Gryk Solicitors LLP in London, für die er seit Januar 2000 arbeitet. Die Kanzlei beschäftigt sich ausschließlich mit britischem Einwanderungs- und Staatsangehörigkeitsrecht. Barry vertritt seit Anfang 2000 Asylbewerber*innen mit Asylanträgen aufgrund ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität. Er ist seit dem Jahr 2000 ehrenamtlicher Mitarbeiter für die UK Lesbian und Gay Immigration Group (ehemals: Stonewall Immigration Group) und hält Beratungen bei ihren monatlichen Asyl- und Partnerschaftstreffen ab. Er war einige Jahre lang für den Verwaltungsausschuß von UKLGIG tätig.

“Seit Anfang 2000 vertrete ich LGBT Geflüchtete in Großbritannien. Während dieser Zeit äußerte sich die primäre Reaktion von Home Office, Richtern und Anwälten in Ignoranz und Vorurteilen. Es war äußerst mühsam, Asyl auf Grundlage sexueller und geschlechtlicher Identität zu gewinnen.

Die Entwicklung im Laufe der Jahre war enorm. LGBT Geflüchtete sind nun in einer viel günstigeren Position, als sie bislang waren. Wir können auf jeden Fall stolz darauf sein, in wie weit sich das Vereinigte Königreich entwickelte, allerdings gibt es noch immer viel zu tun. Geflüchteten wird immer noch gesagt, dass ihre sexuelle und geschlechtliche Identität nicht akzeptiert wird. Herkunftsländer werden nach wie vor unbegründet als sicher bezeichnet.

Ich freue mich, mit SOGICA zusammen zu arbeiten, da eine tiefgehende Forschung notwendig ist, um diese Probleme zu benennen. Hoffentlich kann das Vereinigte Königreich von guter Praxis in Italien und Deutschland lernen – und umgekehrt.”

 

 

Erste Beiratssitzung

  1. Juni 2017 – Universität Sussex, England

 

Am 27. Juni 2017 trafen sich Carmelo Danisi, Giorgio dell’Amico, Moira Dustin, Nuno Ferreira, Nina Held, Prossy Kakooza und Barry O’Leary zur ersten SOGICA Beiratssitzung an der “School of Law, Politics and Sociology” der Universität Sussex.

Nach einer ersten Projektübersicht und Zusammenfassung der Fortschritte, konzentrierten sich die Teilnehmer*innen mit ihrer Diskussion auf die Prioritäten in Bezug auf Probleme von SOGI Asylbewerber*innen und Lücken in der Forschung auf diesem Gebiet. Neben weiteren Fragen einigten sie sich auf die Notwendigkeit,  Erfahrungen von Personen heranzuziehen, die nicht den Stereotypen der SOGI Asylbewerber*innen entsprechen, sowie über die Bedeutung der Weiterverfolgung mit Forschungsteilnehmern – Asylbewerber*innen und Flüchtlinge über den aktuellen Fortschritt zu informieren und inwieweit ihre Beiträge genutzt werden. Fallstudien aus dem Vereinigten Königreich, Deutschland und Italien wurden ebenfalls vorgestellt und diskutiert, und einige interessante Punkte des Vergleichs identifiziert, einschließlich die Ermangelung gemeinsamer Standards zwischen den EU-Staaten, sowie die Bereitstellung von getrennten Unterbringungen von SOGI Asylbewerber*innen und die Frage, ob dies überhaupt erwünscht ist, oder nicht, sowie Richtlinien hinsichtlich der Familienzusammenführung.

Abschließend dankte der Leiter des Projekts, Professor Nuno Ferreira, den Teilnehmern für ihre wertvollen Beiträge. Wir sehen uns 2018!